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Ein ungeheurer Kalkfelsen, gleich einem schönen, weißen
Frauenbusen, erhebt sich über dem Meere, das verliebte Meer
drängt sich an ihn heran, umspielt und bespritzt ihn neckend,
und umschlingt ihn mit seinen gewaltigen Wellenarmen. Auf
jenem weißen Felsen steht eine hohe Stadt, und dort, auf
hohem Balkone, steht eine schöne Frau und spielt heitere
Weisen auf der spanischen Gitarre.
Unter dem Balkone steht ein deutscher Dichter, und wie die
holden Melodien zu ihm hinabsteigen, so akkompagniert sie
seine Seele unwillkürlich, und es dringen hervor die Worte:
„O, daß ich wär das wilde Meer,
Und du der Felsen drüber her -“
Unser deutscher Dichter hat aber diese Worte nicht gesungen,
sondern bloß gedacht. Erstens fehlte es ihm an Stimme,
zweitens war er zu blöde. - Als er am selben Abend die schöne
Frau längs der Meeresküste spazieren führte, da war er ganz
und gar stumm.
Die Wellen drängten sich wilder an die weiße Felsenbrust
und über dem Wasser warf der Mond seinen langen Strahl,
wie eine goldene Brücke nach dem Lande der Verheißung.
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